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Israels schönster Widerspruch

Nach einem langen Tag in Jerusalem verbreitet es sich in mir schon bei der Auffahrt auf den Ayalon, die Tel Aviver Stadtautobahn. Auf einmal taucht man in helles Lichtermeer ein. Am Nachthimmel zeichnet sich eine Skyline des 21.Jahrhunderts ab – mit immer höheren gläsernen Bürotürmen und überdimensionalen Werbungen. Natürlich digital. Manche Straßen sind noch um Mitternacht verstopft. Die Cafés quellen über. Großstadt pur. Nicht immer ästhetisch, aber außerordentlich befreiend.

Zugegeben, solche Momente stehen nicht nur für sich. Sie leben auch vom Kontrast zu Jerusalem, zum Rest des Landes. Die gefühlte Distanz zur Klagemauer, zu den auf biblischem Territorium errichteten Siedlungen im Westjordanland beträgt Lichtjahre. Tel Aviv ist anders, weil es so normal ist. Weil es einen an andere westliche Metropolen erinnert, aber zugleich auf unspektakuläre Weise doch sehr israelisch ist. In dieser Kombination kommt die Stadt einer Rettungsinsel gleich in einem manchmal von Irrsinn geplagten Land. Deshalb wird sie geliebt und von den Feinden so gehasst.

 
israel4you

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